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Entführung in den Serail
Amira el Amar und ihr Ensemble regten alle Sinne an
LAHR (ulb). Nicht Mozarts „Entführung aus dem Serail“ gab es am Samstagabend in der Sulzberghalle zu erleben. Vielmehr wurden die Zuschauer quasi in einen Serail hinein entführt. Märchen aus 1001 Nacht - auf die Bühne gezauberter Orient. Die Zauberkünstlerin hieß Amira el Amar und sorgte mit ihrem 24–köpfigen Tanz–Ensemble, den Solistinnen Alzena, Basma, den männlichen Gasttänzer Guido sowie einer perfekten Licht- und Tontechnik dafür, dass die Besucher proppevollen Saal für rund zwei Stunden den grauen Alltag vergessen und einen faszinierenden Abend genießen konnten.
Die Show bot Anregendes für alle Sinne: Das Auge bekam neben den hübschen und sympathischen Tänzerinnen viele farbenfroh leuchtende Kleider zu sehen und so manche Zuschauerin freute sich angesichts ihrer eigenen Körperfülle darüber, dass bei diesem orientalischen Tanz nicht magersüchtige Supermodels das Maß der Dinge sind, sonder dass dort, wo Bauchtanz draufsteht auch ein Bauch drin sein darf. Dem Ohr gefielen die variationsreichen Trommelrhythmen und dass klingeln der vielen Glöckchen, die zur Grund – Ausstattung jedes orientalischen Tanzkleides gehören. Zur Abrundung gab es vor der Veranstaltung und in der Pause Köstlichkeiten für den Gaumen: das nach Jahren des Dornröschenschlafs wiedererweckte Riedhof – Resort Meißenheim lud ein zu fantasievollen kulinarischen Kreationen wie „Dessert – Teller 1001 und Nacht“ und „Orientalische Versuchung“.
Nach der Begrüßung und Ansage durch Sonja Kmitta, in deren Ballettstudio Amira el Amar seit 14 Jahren ihren orientalischen Tanzunterricht anbietet, begann der bunte Reigen mit einem feurigen „Raks sharki“, gefolgt von einem Trommelsolo-Tanz des Ensembles. Alzena zog die Zuschauer mit einem verführerischen Schleiertanz in ihren Bann, während Basma als nächste Solistin mit ihrer „Pop Baladi“ die moderne Seite des orientalischen Tanzes zeigte. Highlight im wahrsten Sinne des Wortes war der von Amira el Amar vorgeführte „Leuchtertanz“, bei dem sie tanzend einen Leuchter mit brennenden Kerzen auf dem Kopf trug.
Männlicher Star des Abends war Guido, der über das Tanzen von Lateinformationen beim TSC Schwarz-Gelb Aachen, Modern- und Jazzdance sowie ein Engagement in der „Dance Company T’n Boom“ seinen Weg zum orientalischen Tanz gefunden hat. Sein „Raks Guido“, der ihn mit atemberaubender Geschwindigkeit und dennoch punktgenauer Präzision die Musik in körperliche Bewegung umsetzen ließ, wurde mit rauschendem Applaus bedacht. „Genesis Arabica“ war der Titel des getanzten Märchens, das in leichter Abwandlung der biblischen Genesis inszeniert wurde.
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